1
Dez
2007

Wie nimmt man Politik ohne Fernsehen wahr. Oder "Eine linke Welt ist möglich."

Seit einem Monat bin ich ohne Flimmerkiste und dann merkt man, dass einem die politischen optischen Eindrücke fehlen. Ich denke Politik ohne Flimmerkiste kann heute praktisch nicht stattfinden. Jeder Politiker buhlt darum, wenige Momente auf der Mattscheibe aufzutauchen, um nicht der Vergessenheit anheim zu fallen. Eigentlich ist das Politikerleben heute ein Egozirkus, der bei politischen Talkrunden zelebriert wird und wo man meistens um den heissen Brei redet, statt die Probleme zu benennen und eigene Fehlbarkeiten zuzugeben.Journalisten sind heute bis auf wenige Ausnahmen nicht in der Lage den Politikern auf den Zahn zu füllen und entlarven allgemeine Wischiwaschi - Aussagen nicht als Hokuspokus. Ich frage mich manchmal, ob Journalisten heute nicht zu viel Nähe zu den Mächtigen aufbauen und so ihre Distanz verlieren. Ein guter Journalist müsste sich wie ein guter Psychotherapeut verhalten, indem er ein gesundes Nähe/ Distanz Verhältnis zu seinem Patienten aufbaut. Ohne Nähe erhält man keine wichtigen Infos, aber ohne Distanz, kann man keine kritischen Fragen stellen. Mein Psychotherapeut mit denkwürden Namen Nachdenken hat zu mir ein gute Distanz/ Nähe Verhältnis aufgebaut und wie man sieht der Patient Roman gesundet.
Seit einem Monat informiere ich mich über das Radio und ich muss sagen, dass das Radio viel kritischer mit Politikern umgeht. Im Radio zählt nur das Wort und man sieht nicht, ob Frau Merkel eine neue Frisur hat oder nicht oder ob Walter Steinmeiner eine neue Krawatte hat und ob seine Haare toll aussehen. Viele Politikerphrasen werden wie durch den FDP Chef Guido Westerwelle mit Gestiken unterstrichen, um den Hokuspokus zu verschleiern. Bilder lenken vom Wesentlichen ab. Eine gute Rede kann im Fernsehen Unwissen verschleiern. Ein Interview in einem Printmedium wie dem "Spiegel" kann viel mehr aussagen, weil man die Aussagen immer wieder nachlesen kann.
Das Fernsehen ist hingegen ein flüchtiges Medium, dem sich gerne Leute widmen die wie früher Herr Schröder was zu verschleiern haben. Er verschleierte das wahre Ausmaß der Agenda 2010 Politik und machte uns glauben, diese Reformen würde nur dem Wohl des Volkes dienen. Am Anfang fand ich die Reformen auch für nötig wie die Abschaffung der Sozialhilfe. Mit der Zeit sah ich, dass die Reformen nur auf Kosten der Unter- bis Mittelschichten gingen und das höhere Bürgertum und die Reichen sehr profitierten. Sie sind heute reicher denn je, da es keine Erbschaftssteuer gibt und sie ihren Luxus nachgehen können.
So einen armen Schwein wie mir würde man Sozialneid vorwerfen, aber diese diskreditierende Aussage lasse ich nicht auf mich sitzen. Im Sozialstaat der früheren Jahre hatten viele Unternehmer den Satz "Eigentum verpflichtet" beherzigt und auch die Arbeiter am Reichtum profitieren lassen. Heute machen sich viele Unternehmer aus dem Staub, um im Osten noch mehr Geld zu scheffeln, obwohl sie hier auch gut verdient haben.

Ich denke immer noch, dass eine linke Welt mögliche ist, wo jeder Mensch die selben Chancen erhält, um seine Begabungen für das Wohl der Gesellschaft zu verwenden. Es gibt ja den bekannten Spruch der Globalisierungskritiker: Eine andere Welt ist möglich. Ich würde es ersetzen durch den Ausdruck "Eine linke Welt ist möglich". Vielleicht werden die Menschen eines Tages wie in England auf der linken Seite Auto fahren. Ich will nicht wissen, wie sich die Perspektiven auf dieses Deutschland sich dann verändern!!! Auch grosse Persönlichkeiten wie Bonaparte (Napoleon) waren Linkshändler. Den Linken gehört die Zukunft!

Roman
Webcat72 - 5. Mär, 10:56

ohne Flimmerkiste, würde ich als Filmfan nicht lang überleben - aber nur wegen der DVDs :) .. der Rest geht über Texte, Zeitung, Internet besser. Ich will nicht die Köpfe sehen, das lenkt nur ab - ich würde die meisten auch nicht erkennen, wenn sie vor mir stehen. Weil ich selbst wenn ich mal Tagesschau sehen eigenlich immer nur mitdenke und kaum hinschaue. Ich will ihre GEdanken hören/lesen ... um sie zu beurteilen. In so fern: ich verstehe Dich glaube ich.

.. Fortsetzen kannst Du dieses Thema dann noch in Richtung "Theorie der symbolischen Politik" - Schnittstelle Politikwissenschaft/Medienwissenschaft/Soziologie. Wie Politik eigentlich nur noch auf Themenpopularität und Bilder ausgerichtet wird, statt auf Inhalte und was dabei für symbolische Interaktionen ablaufen .. bin nicht mehr ganz fit, aber falls es Dich interessiert vielleicht mal interessant sich reinzuwühlen ..

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