28
Dez
2007

Der Tod von Benazir Bhutto

Ich kann selbst nur eine relativ oberflächige Meinung wiedergeben, da ich nie in Pakistan gelebt habe, noch viel Ahnung habe, was da abgeht.
Der Selbstmordanschlag in Pakistan auf die 54 Jährige Bhutto hat ein politisches Erdbeben ausgelöst, da jetzt der Rückweg zur Demokratie in Frage steht. Seit einigen Jahren herrscht der Militärdikator Musharav,der auch über die erste islamische Atombombe herrscht. Es wäre nicht auszudenken, wenn eines Tages muslimische Fanatiker die Macht in Pakistan übernehmen würden und so über eine riesige atomare Rüstung verfügen würden. Vielleicht würde dann auch Osama bin Laden im Schutz der Atombomben aus seinen Höhlen in den Bergen Afghanistans rauskriechen und ein politisches Comeback feieren wie einst Bhutto, als sie am 18. Oktober aus ihrem Exil in Dubai zurückkehrte und von Zehntausenden Anhängern bejubelt wurde.
Auch damals begrüsste sie ein Selbsmordattentäter mit einer Bombe, der über 140 Menschen in den Tod riss und sie mit dem Leben davon kam. Gestern hatte der Attentäter nicht nur eine Bombe dabei, sondern auch ein Handfeuerwaffe mit der er sie in Brust und Nacken traf, als sie ihre gepanzerte Limousine betreten wollte. Anschliessend jagde er sich in die Luft und riss 20 Anhänger von ihr in die Luft. Diesmal hatten die Mörder von ihr dazu gelernt und hatten nicht nur Bomben im Gepäck. Die Menschen auf dieser Erde sind dazu da, dass sie ihre Fehler nicht wiederholen, sondern dazu lernen. Leider trifft diese kluge Lebensphilosophie nicht nur auf warmherzige Menschen, sondern auch auf Fanatiker aus dem Al Kaida Bereich.
Sie stammte aus der Oberschicht und machte ihr Studium in Harvard, wo sie westlich geprägt wurde. Sie war eine Verfechterin des sozialen Ausgleichs und der gleichen Rechte für alle Frauen in ihrem Land. Leider konnte sie in ihren Regierungsjahren die feudale Struktur ihres Landes wenig verändern und Frauen blieben weiterhin der Gewalt von Männern schutzlos ausgeliefert.
Ihr Vater wurde 1979 vom damaligen Militärherrscher hingerichtet und sie übernahm die Führung der Partei. Sie war wie eine Lichtgestalt in der Dunkelheit und es gab niemanden, der es neben ihr aufnehmen konnte. Aber jede Lichtgestalt hat nur eine begrenzte Zeit auf der Erde und wenn das Öl verbraucht ist, dann erlöscht auch das stärkste Licht.
1999 ging sie ins Exil, da es Verfahren wegen Korruption gab, ob sie der Wahrheit zutreffen oder politisch motiviert waren, dass mag nur Allah wissen.
Im Fernsehen machte sie immer eine gute Figur und sie trug einen weissen Schleier über ihr Haar, der mehr dem Schmuck diente, als eine religiöse Aussage zu machen.
Mussharav konnte sie dieses Jahr aus dem Exil zurückholen, da er versprach alle Verfahren gegen sie einzustellen, schlauerweise hatte er auch den Obersten Gerichtshof entmachtet, der ihm die Macht nehmen wollte.
Der Militärdiktator versprach sich vielleicht von ihr, dass sie mehr politische Stabilität bringen könnte.
Mit ihrem Tod steht Pakistan am Abgrund.
Wird es einen Bürgerkrieg geben?
Werden die versprochenen Wahlen am 8. Januar stattfinden?
Wird die Al Kaida vom Anschlag profitieren?
Hatte sie den Mord wirklich angeordnet?
Ich bin immer wieder erstaunt wie schnell Reporter und Fernsehsender den Islamisten den Mord in die Schuhe schieben, ohne alle Informationen zu sichten und zu hinterfragen. Angeblich soll Al Kaida heute den Mord zugegeben haben.
Angeblich soll Buttho in ihrer Regierungszeit die Taliban in Afghanisten finanziell und militärisch unterstützt haben. Auf jeden Fall hat sie das Regime international anerkannt.
Warum soll dann Al Kaida eine Förderin des Terrors hinrichten lassen?
Und warum hat Bhutto die Frauenrechte so betont, wenn sie die Taliban so sehr zerstört hatten?
Diese Widersprüche hat mir noch niemand im Fernsehen erklärt.
Der Journalismus ist schnell geworden, aber er geht nicht in die Tiefe.
Komischerweise hat in den Tagen kaum einer berichtet, wofür Buttho und ihre Partei standen und warum die Islamisten sie so sehr hassen sollten.
Stehen sie wirklich hinter dem Mord?
Oder wird uns die Wahrheit hinter einem orientalischen Schleier aus Tausend und einer Nacht verborgen?
diefrogg - 29. Dez, 12:47

Da teile ich Deine...

Feststellung nicht. Meines Wissens haben die Medien sehr gut erklärt, warum die Taliban Bhutto hassten: Sie stand für westliche Werte und eine westliche Kulturvorstellung. Die Taliban haben sich ja offenbar auch zur Tat bekannt. Ob sies wirklich waren, wird man klären müssen. Ich habe auch Kommentatoren gelesen, die den Mord Musharav in die Schuhe schieben. Möglich. Wenn es so ist, wird man den Mörder nie finden. Ich finde die Angelegenheit sehr Besorgnis erregend. Jetzt hängt offenbar alles an Musharav. Wenn er das Land nicht stabilisiert, dann versinkt es im Bürgerkrieg, mit einer starken islamistischen Front und eine Atombombe. Wenn die das Ding in die Hände bekommen, dann gute Nacht Welt!

meinepolitischengedanken - 30. Dez, 13:31

Ich finde die politschen Machtspiele in Pakistan auch sehr komplitziert. Anscheinend gibt es dort viele Köche, die die Suppe vergiften, anstatt sich um das Wohl des Landes zu kümmern.
Die Todesursache ist auch wiedersprüchlich. Die Anhänger Bhuttos behaupten, dass sie durch die Schüsse umkam, die Regierung behauptet, dass sie durch die Detonation und die Wucht der Bombe gegen ein Hebel des Sonnendaches geschleudert wurde und dadurch einen Schädelbruch erlitt. Aber eigentlich ist es egal wie sie umkam, da das Ergebnis das Gleiche ist, sie ist tot.
Die Anhänger von Bhutto und auch der Ehemann haben mittlerweile dem Militärdiktator für den Mord verantwortlich gemacht.
Bhutto soll für den Fall ihrer Ermordung einen Brief hinterlassen haben, wo sie Musharrav für ihren Tod verantwortlich gemacht hat, da er z. B. ihr keine Störsender gegeben hat, damit die Bomben nicht ausgelöst werden können. Sowas ist sicher auch ein Hinweis, dass der Militärdiktator hinter dem Mord steht oder zumindest ihren Tod billigend in Kauf genommen hat.
Ich hoffe immer noch, das Pakistan zur Demokratie zurückkehrt, denn die anderen Alternativen führen zu Chaos und Krieg. Pakistan sollte sich an der Türkei ein Beispiel nehmen. Die Türkei entwickelt sich von einer Militärdiktatur zu einer echten Demokratie, was man an mehr Meinungsfreiheit und mehr Minderheitenrechte für die Kurden sehen kann.
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