Die Parlamentswahlen in Russland
Wie ich erfahren habe, hat Putin die Wahl gewonnen. Ich glaube er hat fast 70 Prozent mit seiner Partei reingeholt. Mit im Boot der Duma sitzen noch 2 kremeltreue Parteien und die Kommunisten mit knapp 12 Prozent, die letzte verbliebende Opposition im Parlament. Da Putin rein rechnerisch schon über 2/3 aller Volksabgeordneten stellt, kann er die Verfassung nach belieben formen und verändern.
Was ich positiv feststellen kann, dass im Unterschied zu früher, die Kritik aus dem Westen lauter geworden ist. Es wurde moniert, dass die Wahlen nicht frei waren, teilweise haben Arbeitgeber aufgepasst, was der Arbeitnehmer wählte. Die Medien sind fast gleich geschaltet, bis auf wenige Ausnahmen. Auch die Biotope der freien Presse will Putin in Zukunft trockenlegen, da er jede Kritik unter Strafe stellt, wenn man den Präsidenten kritisiert. Auch wurden die Terrorismusparagraphen verschärft. In Tschetschenien sollen 99 Prozent Putin gewählt haben, was man sehr bezweifeln kann, schliesslich hat er über das tschetschenische Volk Tod und Verderben gebracht.Die Gesellschaft für bedrohte Völker (www.gfbv.de) schätzt, dass ungefähr 200.000 Tschetschenen an den Folgen des Krieges gestorben sind. Ungefähr jeder 5. Tschetschene lebt nicht mehr. Wenn sie in einem 10 Parteienhaus leben, stellen sie sich vor, zwei ihrer Nachbarn wären tot. Wenn sie in einer Klasse als Lehrerin von ursprünglich 20 Schülern unterrichten, wären jetzt 4 tot. Wenn man sich dies so plastisch vorstellt, dann bekommen Zahlen und Statistiken von Menschenrechtlern und Journalisten eine Vorstellungskraft. Aber niemand hier im Westen kann sich das Ausmaß an Folter, seelischen Verletzungen usw wirklich ausmalen. Ich kann es nicht. Warscheinlich würde uns dieses Wissen verrückt machen.
Putin wurde Präsident, weil er seine Karriere auf Leichen aufgebaut hat. Der zweite tschetschenische Krieg wurde begründet, weil angeblich tschetschenische Terroristen zwei Häuser in die Luft jagden. Nur aus reinen logischen Gründen hatten die Tschetschenen unter dem Präsidenten Maschadow kein Interesse an den Krieg, aber Putin schon. Er konnte sich durch den Krieg als starken Mann zeigen. Und so versank dieses muslimische Land im Kaukasus im Krieg.
Heute hat Kadyrow ein strenges Regiment in der Kaukasusregion aufgebaut und ist sowas wie der tschetschenische Stalin geworden. Er bringt Gegner um, er lässt foltern und Putin tut dagegen nichts.
Ich frage mich immer wie Menschen zu so machtgeilen Karikaturen ihrer selbst werden können. Wie können sie all ihr Tun vor sich selber rechtfertigen??
Es mag sein, dass Putin nicht nur schlechte Dinge getan hat, aber das Gute wird durch seine anderen Taten beschmutzt. Immerhin hat Russland heute ein ordentliches Wirtschaftswachstum von 8 Prozent, auch wenn Kritiker dies auf die hohen Rohstoffpreise im Öl- und Ergassektor zurückführen. Die Leute sollen im Putin-Staat jetzt regelmässig ihre Löhne bekommen, was unter Jelzin nicht der Fall war. Das Land ist nicht weiter auseinander gefallen wie am Ende der Sowjetzeit, wo viele neue Staaten in Europa und Asien entstanden.
Putin ist im Gegensatz zu Jelzin kein Trinker, er ist berechenbarer, auch wenn diese Berechenbarkeit darin besteht, dass man weiss, dass er das Morden in Tschetschenien zulässt und das er demokratische Rechte abbaut.
Ich denke, wenn er so von seinen Leistungen überzeugt wäre, dann bräuchte er die freien Medien und freie gerechte Wahlen nicht zu fürchten. Aber wie jeder Diktator ist er von sich selbst nicht genug überzeugt, um sich vom Volk in die Karten zu schauen.
Was ich positiv feststellen kann, dass im Unterschied zu früher, die Kritik aus dem Westen lauter geworden ist. Es wurde moniert, dass die Wahlen nicht frei waren, teilweise haben Arbeitgeber aufgepasst, was der Arbeitnehmer wählte. Die Medien sind fast gleich geschaltet, bis auf wenige Ausnahmen. Auch die Biotope der freien Presse will Putin in Zukunft trockenlegen, da er jede Kritik unter Strafe stellt, wenn man den Präsidenten kritisiert. Auch wurden die Terrorismusparagraphen verschärft. In Tschetschenien sollen 99 Prozent Putin gewählt haben, was man sehr bezweifeln kann, schliesslich hat er über das tschetschenische Volk Tod und Verderben gebracht.Die Gesellschaft für bedrohte Völker (www.gfbv.de) schätzt, dass ungefähr 200.000 Tschetschenen an den Folgen des Krieges gestorben sind. Ungefähr jeder 5. Tschetschene lebt nicht mehr. Wenn sie in einem 10 Parteienhaus leben, stellen sie sich vor, zwei ihrer Nachbarn wären tot. Wenn sie in einer Klasse als Lehrerin von ursprünglich 20 Schülern unterrichten, wären jetzt 4 tot. Wenn man sich dies so plastisch vorstellt, dann bekommen Zahlen und Statistiken von Menschenrechtlern und Journalisten eine Vorstellungskraft. Aber niemand hier im Westen kann sich das Ausmaß an Folter, seelischen Verletzungen usw wirklich ausmalen. Ich kann es nicht. Warscheinlich würde uns dieses Wissen verrückt machen.
Putin wurde Präsident, weil er seine Karriere auf Leichen aufgebaut hat. Der zweite tschetschenische Krieg wurde begründet, weil angeblich tschetschenische Terroristen zwei Häuser in die Luft jagden. Nur aus reinen logischen Gründen hatten die Tschetschenen unter dem Präsidenten Maschadow kein Interesse an den Krieg, aber Putin schon. Er konnte sich durch den Krieg als starken Mann zeigen. Und so versank dieses muslimische Land im Kaukasus im Krieg.
Heute hat Kadyrow ein strenges Regiment in der Kaukasusregion aufgebaut und ist sowas wie der tschetschenische Stalin geworden. Er bringt Gegner um, er lässt foltern und Putin tut dagegen nichts.
Ich frage mich immer wie Menschen zu so machtgeilen Karikaturen ihrer selbst werden können. Wie können sie all ihr Tun vor sich selber rechtfertigen??
Es mag sein, dass Putin nicht nur schlechte Dinge getan hat, aber das Gute wird durch seine anderen Taten beschmutzt. Immerhin hat Russland heute ein ordentliches Wirtschaftswachstum von 8 Prozent, auch wenn Kritiker dies auf die hohen Rohstoffpreise im Öl- und Ergassektor zurückführen. Die Leute sollen im Putin-Staat jetzt regelmässig ihre Löhne bekommen, was unter Jelzin nicht der Fall war. Das Land ist nicht weiter auseinander gefallen wie am Ende der Sowjetzeit, wo viele neue Staaten in Europa und Asien entstanden.
Putin ist im Gegensatz zu Jelzin kein Trinker, er ist berechenbarer, auch wenn diese Berechenbarkeit darin besteht, dass man weiss, dass er das Morden in Tschetschenien zulässt und das er demokratische Rechte abbaut.
Ich denke, wenn er so von seinen Leistungen überzeugt wäre, dann bräuchte er die freien Medien und freie gerechte Wahlen nicht zu fürchten. Aber wie jeder Diktator ist er von sich selbst nicht genug überzeugt, um sich vom Volk in die Karten zu schauen.
deprifrei-leben - 4. Dez, 11:50
blogsgesang (Gast) - 4. Dez, 19:00
Der Kommentar hat Recht. Die Russen wissen, warum sie Putin und seine Partei wählten. Sollten wir ihnen nicht mehr vertrauen als all den westlichen Scharfrichtern, die in Russland gern ihr eigenes Süppchen kochen würden. Mehr:
http://www.blogsgesang.de/2007/12/04/die-loesung-fuer-die-russland-deuter/
http://www.blogsgesang.de/2007/12/04/die-loesung-fuer-die-russland-deuter/
meinepolitischengedanken - 4. Dez, 19:17
Ich denke die Jelzin Jahre waren warscheinlich auch nicht viel besser oder schlechter, als die unter Putin. Der einzige Vorteil bestand darin, dass es unter Jelzin eine freiere Presse gab und das demokratische Pflänzlein sich zu entwickeln begann. Ich denke die Russen wählten Putin, weil sie keine besseren Alternativen hatten. Die Wahlbeteiligung lag bei 60 Prozent, was recht mager ist. Mit anderen Worten 40 Prozent enthalten sich ihrer Stimme. Warum wohl?
mammarazzi - 4. Dez, 22:15
man sieht ja auch, welche russen ins ausland gegangen sind...und damit meine ich nicht die musiker, die auf berliner u-bahnhöfen spielen...
deprifrei-leben - 5. Dez, 12:05
Du magst Recht haben, was deine Kritik angeht, um Leute wie Chodorowski, die auf Kosten der Russen reich geworden sind. Aber ich denke solche Nutzniesser gibt es jetzt auch unter Putin, die nur so schlau sind ihr Maul zu halten und keine politischen Ambitionen haben.
Putin müsste nach meiner Auffassung wie Milosevic für "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" und "Völkermord" verurteilt werden. Für mich zeichnet sich nicht ein guter Führer dadurch aus, dass er Andersdenkende verfolgt oder einsperrt wie es mit Kasparow geschieht. Ein wirklicher Führer würde einen Kasparow nicht fürchten, sondern durch die Macht seiner Argumente ihn Schach Matt setzen. Aber das tut Putin nicht, er führt kein faires Schachspiel gegen seine Gegner, sondern er fault sie wie im Fussball. Nur das in diesem Spiel von Putin die Schiedsrichter parteiisch sind und jedes Faul oder vermeintliche Faul von Putins Gegner mit Rot bestrafen. Putins gretschen werden übersehen.
Putin müsste nach meiner Auffassung wie Milosevic für "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" und "Völkermord" verurteilt werden. Für mich zeichnet sich nicht ein guter Führer dadurch aus, dass er Andersdenkende verfolgt oder einsperrt wie es mit Kasparow geschieht. Ein wirklicher Führer würde einen Kasparow nicht fürchten, sondern durch die Macht seiner Argumente ihn Schach Matt setzen. Aber das tut Putin nicht, er führt kein faires Schachspiel gegen seine Gegner, sondern er fault sie wie im Fussball. Nur das in diesem Spiel von Putin die Schiedsrichter parteiisch sind und jedes Faul oder vermeintliche Faul von Putins Gegner mit Rot bestrafen. Putins gretschen werden übersehen.
Der Westen geht nicht fair mit Putin um